Straßenkinder gehören in Kenias Städten zum Alltag. Ihre Zahl stieg in den letzten Jahrzehnten stetig an.
Es gibt etwa 300.000 Straßenkinder in Kenia. Armut, Arbeitslosigkeit und schlechte Bezahlung - oft reicht das Geld nicht zum Überleben der Familien - veranlasst viele Kinder in Kenia dazu, ihre Familie zu verlassen. Soziale Probleme wie der Alkoholismus der Männer, der zu seelischem und körperlichem Missbrauch von Kindern führt, und überforderte alleinerziehende Mütter veranlassen vor allem Jungen dazu, in den Städten Kenias Zuflucht und Schutz zu suchen. Auch AIDS ist ein Grund dafür, dass die Zahl der Straßenkinder stetig wächst.
In Eldoret, der viertgrößten Stadt Kenias, haben rund 75% der Straßenkinder Erfahrungen mit Drogen. Am beliebtesten ist neben Alkohol, Zigaretten und Marihuana vor allem das Schnüffeln von Klebstoffen. Kleber ist billig, verfügbar und legal erwerbbar.
Die Kinder inhalieren den Klebstoff, um ihrem bitteren Alltag auf Kenias Straßen zu entfliehen. Nachts schnüffeln sie, um der Kälte zu trotzen.
Außerdem werden viele Kinder kriminell. Sie betteln und stehlen, um zu überleben. Für viele von ihnen ist das Leben auf der Straße ein täglicher Kampf ums Überleben.
Birgit Zimmermann
Aufgrund der ständig wachsenden Zahl der Straßenkinder und ihrer scheinbar ausweglosen Situation, bei der ein Leben in Armut vorprogrammiert ist, hat Birgit Zimmermann aus Bempflingen hat bereits 2006 begonnen, in Kenia mit Straßenkindern zu arbeiten.
Birgit Zimmermann, ist ausgebildete Erzieherin. Sie arbeitete mehrere Jahre in Kindergärten in Bempflingen, Metzingen, Grafenberg und Dettingen/Teck, bevor sie während eines Kurz-Missionseinsatzes mit Jugend Mit Einer Mission (JMEM) in Eldoret/Kenia ihre Bestimmung für die Arbeit mit Straßenkindern entdeckt hat.
Birgit Zimmermann, die zuvor bereits 7 Jahre im Projekt der Keniahilfe Schwäbische Alb im Karai Vocational Center mitgearbeitet hat, wird auch zukünftig die ehemaligen Straßenkinder dieses Projektes, die nach Eldoret zurückgekehrt sind, betreuen.
Birgit wurde von JMEM als Missionarin nach Kenia entsandt und wird durch ihren Freundeskreis finanziert. Der neu gegründete Verein Eldoret Kids Kenia e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, Birgit bei ihrem nun seit 2013 laufenden Projekt Badilisha Maisha Centre finanziell und mit Rat und Tat zu unterstützen.
Der Verein stellt durch die Anwesenheit von Brigit vor Ort eine direkte und gezielte Verwendung seiner Spenden und eine kompetente Anleitung der Freiwilligen, die vor Ort mitarbeiten möchten, sicher.
Badilisha Maisha Centre
Das Badilisha Maisha Centre nimmt Kinder auf, die durch widrige Umstände auf der Straße leben müssen. In der Einrichtung lernen sie, ohne Drogenkonsum zu leben und wieder einem geregelten Tagesablauf nachzugehen.
Eine für die Kinder passende Schule wird gesucht, Schuluniform und Bücher gekauft und auf den regelmäßigen Besuch der Schule geachtet. Sie lernen außerdem mit den Sorgen und Ängsten, die sie in der Zeit als Straßenkind verfolgten, umzugehen.
Zudem wird durch die Aufgaben des täglichen Lebens, wie Putzen, Wäsche waschen und der Mithilfe auf einem kleinen Bauernhof die Reintegration in die (Rest-) Familie vorbereitet.
Die Kinder sollen durch christlich geprägte Anleitung, Gesprächskreise und Jugendgottesdienste erkennen, dass Gott ihr Leben verändern möchte.
Das Hauptziel des Projektes ist, dass die Kinder während ihrer Zeit im Badilisha Maisha Centre wieder Kontakt zu ihren Familien aufnehmen. Viele der Straßenkinder haben noch Familienangehörige, sei es Mutter, Vater, Tante, Onkel oder Oma. Manche von ihnen haben sogar noch eine "komplette" Familie, die aber aus finanziellen Gründen nicht alle Kinder ernähren konnte.
Die Kinder können nach erfolgreicher Rehabilitierung, wenn sie wieder den normalen Lebensrhythmus verinnerlicht haben, in ihre Familien zurückkehren. Während der Zeit im Centre wird untersucht, wie man der Familie helfen kann, ihr Kind wieder aufzunehmen. Meist reicht es aus für das Schulgeld und die Lebensmittel aufzukommen, damit die Familie wieder zusammenleben kann.
Auch wenn die Kinder wieder in ihre (Rest-)Familien zurückgekehrt sind, werden sie von Birgit Zimmermann und ihren Sozialarbeitern weiterhin angeleitet.
Wichtig ist auch, dass die Familien nicht durch direkte finanzielle Hilfe unterstützt werden, um etwaigem Missbrauch des Geldes vorzubeugen.
Die Unterstützung erfolgt durch Bezahlung des Schulgeldes oder der Ausbildung direkt in der Schule oder dem Betrieb und durch Sachzuwendungen (Kleidung, Schuhe, Schuluniform, Schulbücher, Lebensmittel...).
Um möglichst vielen Kindern die Rückkehr in ein geregeltes Familienleben ermöglichen zu können, vermitteln wir Patenschaften. Durch eine Vermittlerstelle in Deutschland können zwischen Paten und Patenkindern auch Briefe, Zeichnungen, usw. ausgetauscht werden.